Funktionen von kunstretter.org – Teil 1: Spenden
Dies ist der erste aus einer Serie von Einträgen, die erklärt, wie kunstretter.org funktionieren soll. Die vorgestellten Ideen sind noch nicht online, es handelt sich um Entwürfe. Kommentare und weitere Ideen sind sehr erwünscht.
Die vier vorgestellten Bereiche sind
- Spenden
- Suchen und Stöbern
- Sich organisieren
- Das Magazin
1 und 3 richtet sich eher an Künstler, 2 und 4 eher an Kunstinteressierte (und alle anderen).
Ich beginne mit der Vorstellung des Spendenkonzepts – die Community- und Magazinaspekte sind genauso wichtig, aber das Spendenkonzept ist vermutlich der innovativste Bereich von kunstretter.org
Ich brauche Geld!
Der Gedanke “Ich brauche Geld!” begegnet jedem Künstler irgendwann. Eine neue verrückte Idee entsteht und man merkt, um die 1.000 Wellensittiche aufs Sony Center zu setzen und bunt anzustrahlen reichen freiwillige Helfer, der eigene Sittich Hansi (Bild links) und die zwei DMX-Kabel im Keller, die man beim letzten Projekt dem Lichtdesigner geklaut hat, nicht aus. Was nun?
Der erste Schritt sollte sein, eine möglichst genaue Buchhaltung mit einem ausreichend großen Puffer zu erstellen. Natürlich gilt das nicht nur für Projekte, die durch kunstretter.org gefördert werden sollen. Als nächstes stellt sich die Frage, ob man nicht auf “klassischem Weg” bereits an die benötigten Mittel kommt.
Gehen wir für unser Beispiel aber davon aus, dass die klassische Förderung durch die öffentliche Hand nicht greift. Die angeschriebenen Fonds verstehen das Konzept nicht, oder halten es für förderunwürdig. Private Sponsoren kommen auch nicht in Frage. Zu viele haben Angst, mit Sittichkacke assoziiert zu werden und wollen in Zeiten der Finanzkrise kein Risiko eingehen. Kredite sind auch keine Option und die Eigenmittel reichen nicht.
Der Künstler registriert sich also auf kunstretter.org!
Das Projektprofil
Es soll auf kunstretter.org Nutzerprofile (für Künstler und Kunstinteressierte), sowie Projektprofile (für Performances, Konzerte, Filme, Skulpturen, oder eben unser Wellensittichprojekt) geben. Erstere werden in einem anderen Blogeintrag erläutert. Zweitere haben den Zweck, anderen Kunstinteressierten und “Vorbeisurfenden” eine möglichst genaue Vorstellung des Projekts zu liefern. Neben dem Titel und den beteiligten Künstlern darf natürlich eine möglichst genaue Beschreibung nicht fehlen. Es soll möglich sein Fotos und Videos hochzuladen.
Die Darstellung des Projekts soll dem Besucher zeigen
- dass es sich um eine spannende/interessante/lustige/finanzierenswerte Sache handelt
- dass der Künstler/das Künstlerkollektiv auch in der Lage ist, die Idee umzusetzen. Wäre ja frustrierend, wenn am Schluss wegen fehlenden Sachverstands 500 hässliche Raben auf dem Fernsehturm, anstatt der versprochenen 1.000 Sittiche auf dem Sonycenter sitzen.
- dass es sich auch lohnt, vorbeizukommen und sich das Projekt anzuschauen, wenn es dann verwirklicht ist
Hierfür kann auch ein Verweis auf frühere Projekte des Künstlers sinnvoll sein.
Zu guter letzt ist es wichtig, dass der Künstler angibt, ab welcher Summe er mit seinem Projekt loslegen kann. Bei Mammutprojekte kann es sinnvoll sein, sie in kleinere Phasen bzw. Unterprojekte aufzuspalten. Für die Sittichidee werden (zusätzlich zum vorhanden Eigenkapital) 1.000 Euro benötigt.
Warum spendet man denn da?
Für Kunstinteressierte, die sich das Projekt ansehen gibt es mehrere – auch nicht-finanzielle – Möglichkeiten, die Idee zu unterstützen. Die Idee kann (anonym) bewertet – wobei Ideen und umgesetzte Projekte extra gezählt werden – oder kommentiert werden. Ein solcher Kommentar könnte zum Beispiel “Sittiche? Nimm doch lieber Tucane! Ich kenn da auch ‘nen guten Händler für!” sein. Der Künstler kann auf solche Kommentare natürlich auch antworten und z. B. erläutern, warum Tucane nicht in sein künstlerisches Konzept passen – oder sein Projektprofil nochmal anpassen. Interessante Projekte können auch weiterempfohlen oder zu einer “Favoritenliste” hinzugefügt werden.
Und natürlich kann jeder Kunstinteressierte über einen großen, bunten Spendenknopf auch finanzielle Unterstützung leisten. Wir wollen das so hinkriegen, dass es keine Mindestsumme gibt und man folglich auch nur 10 Cent spenden kann, wenn man möchte (evtl. von der eigenen Bank erhobene Gebühren zahlt der Spender). Die Gründe, ein Projekt zu unterstützen sind vielfältig:
- Man findet es so toll, dass man es selbst gerne umgesetzt sehen würde
- Ruhm & Ehre analog: Der Künstler kann zum Beispiel anbieten alle Spender auf Werbeflyern zum Projekt, bei einem Film im Abspann, oder bei einer Statue als Gravur auf dem Sockel aufzulisten
- Ruhm & Ehre digital: Alle Spender werden (wenn sie das möchten) als “bisherige Spender” auf der Projektseite aufgelistet (auf Wunsch auch mit Spendensumme)
- Die Spenden werden voraussl. steuerlich absetzbar sein
- Sammelleidenschaft: Für jeden gespendeten Cent bekommt man einen “Klecks”. Gesammelte “Kleckse” lassen sich für erweiterte Funktionen auf kunstretter.org einsetzen (Dazu in einem anderen Eintrag mehr).
- Lokalpatriotismus (Man spendet bekanntlich gerne an etwas, was im eigenen Umkreis stattfindet)
- Mitleid mit dem Künstler (seien wir doch ehrlich!)
Warum das Geld “nicht einfach weg” ist
Jetzt kommt der Clou der Kunstretter-Idee: Das gespendete Geld ist nicht verloren, wenn der Künstler sein Projekt nicht umsetzt!
Zunächst kommt das gespendete Geld auf ein Treuhandkonto. Das wird von kunstretter.org verwaltet, aber der Künstler bekommt es noch nicht. Erst wenn zu einem (vom Künstler bestimmten und öffentlich auf der Projektseite einsehbaren) Termin X die Summe Y, beim Sittichprojekt die 1.000 Euro, erreicht sind, erhält der Künstler den Betrag überweisen. Doch zuvor muss er einen Vertrag unterschreiben, mit dem er sich gegenüber kunstretter.org verpflichtet, das Geld zweckgebunden für das beschriebene Projekt einzusetzen. In verschiedenen Fällen kann kunstretter.org das Geld zurückfordern – zum Beispiel, wenn der Künstler auf halber Strecke keine Lust mehr hat und beschließt, das ganze sein zu lassen.
Wenn das Projekt nicht zustande kommen sollte, bleibt das Geld auf dem Treuhandkonto (bzw. wird wieder dorthin überwiesen). Auf der Projektseite wird angezeigt, dass das Projekt leider gescheitert ist, evtl. unter Angabe von Gründen. Die einzelnen Spender erhalten von kunstretter.org eine Nachricht, darüber und können sich nun entscheiden. Entweder sie übertragen ihren Spendenbetrag zu einem anderen interessanten Projekt ihrer Wahl, oder sie bekommen ihn zurücküberwiesen. Wir präferieren natürlich die erste Möglichkeit, erheben aber keinerlei Gebühren o. Ä. wenn man sich dafür entscheidet, sein Geld zurückzuerhalten (evtl. von der Bank des Spenders anfallende Gebühren oder Gebühren für Auslandsüberweisungen werden von der zurückzuerstattenden Summe abgezogen).
Projekt erfolgreich
Ist das Projekt dagegegen erfolgreich, freuen sich alle. Der Künstler sowieso. Und die Spender könnten sich zum Beispiel gemeinsam treffen, um sich das erfolgreiche Projekt anzusehen/anzuhören. Die Wellensittiche sitzen auf dem Sonycenter. Unser Künstler hat beschlossen, alle die mehr als 20 Euro gespendet haben zum Essen einzuladen. Außerdem hat er tolle Leute kennengelernt, die ihn bei seiner nächsten Idee unterstützen. Sie hat was mit Tucanen zu tun. Hansi sieht ebenfalls sehr glücklich aus.




[...] Dies ist der zweite aus einer Serie von Einträgen, die erklärt, wie kunstretter.org funktionieren soll. Die vorgestellten Ideen sind noch nicht online, es handelt sich um Entwürfe. Kommentare und weitere Ideen sind sehr erwünscht. Der erste Eintrag befasste sich mit dem Thema “Spenden für Künstler”. [...]
[...] als Beispiel, der 1.000 Sittiche aufs Dach des Sony Centers setzen will. Ach, das Beispiel gab es schonmal? Egal. Das “Material” sind in dem Fall die Sittiche und eine Menge Tiernahrung. Der [...]
[...] überzeugt sind, liegt es nahe, die Plattform selbst zur Finanzierung zu nutzen. Ähnlich, wie beim Sittichprojekt werden wir Projektprofile erstellen, auf denen wir Spenden sammeln werden. Es könnte für alle [...]