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29 Jun 2009

Funktionen von kunstretter.org – Teil 3: Sich organisieren

VogelfutterDies ist der dritte aus einer Serie von Einträgen, die erklärt, wie kunstretter.org funktionieren soll. Die vorgestellten Ideen sind noch nicht online, es handelt sich um Entwürfe. Kommentare und weitere Ideen sind sehr erwünscht. Der erste Eintrag befasste sich mit dem Thema “Spenden für Künstler”, der zweite mit “Suchen und Stöbern”.

Künstler brauchen neben Ideen vor allem den Kontakt zu anderen Menschen, Räume und Material. Nehmen wir einen Künstler als Beispiel, der 1.000 Sittiche aufs Dach des Sony Centers setzen will.  Ach, das Beispiel gab es schonmal? Egal. Das “Material” sind in dem Fall die Sittiche und eine Menge Tiernahrung. Der Raum steht in diesem Fall fest, da will der Künstler (Es wird Zeit ihm einen Namen zu geben, er heißt jetzt John.) auch nicht dran rütteln. Als “Menschen” wünscht sich John natürlich eine Menge Betrachter seiner Installation. Hier ist er zuversichtlich, unter anderem auch, weil viele kunstretter.org-Benutzer durch Veranstaltungshinweise von seinem Projekt erfahren haben. Außerdem haben viele mit dem Link “Einem Freund von diesem Projekt berichten” per E-Mail weitere Leute darauf gestoßen. Aber John braucht auch eine Menge Mitarbeiter. Momentan vor allem einen Lichtdesigner, der ihm die Tiere schön anstrahlt – nachdem er mit seinem bisherigen nicht mehr zusammenarbeiten kann, weil John ihm zwei DMX-Kabel geklaut hat.

Kontakt mit Unbekannten

Natürlich kann man die Projektseiten bei kunstretter.org kommentieren. Auf diese Weise haben sich bereits mehrere freiwillig Helfer bei John gemeldet, die gefragt haben, ob sie ihn bei der Verwirklichung der Idee unterstützen können. Über das integrierte Nachrichtensystem hat John die Personen angeschrieben und Details besprochen. Einige von Ihnen werden gemeinsam mit ihm das Vogelfutter ausstreuen. Ein Lichtdesigner war aber nicht dabei.

John hat also ein Problem: Er muss Kontakt zu Personen aufnehmen, die sein Projekt noch gar nicht kennen. Hierfür soll es eine Funktion geben, mit der man Nachrichten an alle Benutzer von kunstretter.org schicken kann, die in einem bestimmten Bereich tätig sind. Die Angabe eines Berufs/einer Tätigkeit ist natürlich freiwillig und es wird auch eine Einstellung geben, dass man solche Nachrichten nicht empfangen möchte. John schreibt also eine kurze Nachricht (auf eine ausführliche Projektbeschreibung verzichtet er und verlinkt stattdessen auf die Projektseite), wählt aus, dass sie an alle Lichtdesigner geschickt werden soll (evtl. zeigt kunstretter.org sogar ähnliche Tätigkeitsfelder an und ermöglicht, die Nachricht auch an diese zu schicken?) und gibt noch an, ob die Arbeit bezahlt oder unbezahlt ist.

Findet er einen Interessenten, so kann John die Details natürlich auch über das Nachrichtensystem abstimmen.

SOS-Schild mit TelefonhörerVerzweifelter Hilferuf

Künstler brauchen oft seltsames Material. Ob es um kistenweise Puppenköpfe, Steine aus Schweden oder Vogelfutter geht: Es soll möglichst günstig sein, es soll möglichst schnell gehen und es soll genau so aussehen, wie man sich das vorgestellt hat. John hat sich schlecht beraten lassen. Zwei Tage bevor es mit seiner Installation losgehen soll, stellt er fest, dass auf den 20 Sack Vogelfutter, die in seinem Keller stehen sich der kleingedruckte Hinweis “Nicht für Sittiche geeignet” befindet. Was nun? John hat kein Geld für weiteres Vogelfutter, das Zeug ist vom Umtausch ausgeschlossen und der Termin rückt immer näher.

Mit unseren Programmierern habe ich am Wochenende überlegt, wie unser Netzwerk in so einem Fall helfen könnte. Irgendwie müsste hier doch “The wisdom of crowds” einsetbar sein… Wir sind auf das Konzept des “Hilferufs” gekommen, eine Funktion die jeder Benutzer zunächst nur einmalig anwenden kann – d. h. wirklich nur dann, wenn man sich in einer Situation befindet, in der Internetrecherche und der Rat von Kollegen und Freunden nicht mehr weiterhelfen. Im Prinzip ist der Hilferuf nur eine Nachricht an alle kunstretter.org-Benutzer – mit dem Unterschied, dass sie sich Hilfrufe ansehen/durchlesen müssen, bevor sie auf kunstretter.org-weiterstöbern (Natürlich kann man sie auch einfach wegklicken, das können wir schließlich nicht verhindern. ;-) ) Ziel ist, dass sich möglichst viele Leute ein paar Sekunden Gedanken über das Problem des Hilfesuchenden machen. Vielleicht bekommt John folgende Antworten auf seinen Hilferuf:Spielfiguren stehen um ein Plastikhirn: Symbolisch für wisdom of crowds

  • Mark: “habe selbst noch einen Sack Vogelfutter hier stehen. ja, für Sittiche geeignet. Ist zwar nicht viel, aber ein Anfang. Meld dich, wenn dus abholen willst”
  • Freddie: “Hi John, sorry hab keine Ahnung von Sittichfutter. Wenn es am Geld hapert, könnte ich dir vielleicht aushelfen. Das Projekt klingt toll, wäre schade, wenns daran scheitert.”
  • Clara: “Hallo John! Ich hab in ein paar Prospekten gestöbert: Mein Lieblingszooladen in der  Xyz-Straße hat gerade 20% auf Vogelfutter. Vielleicht hilfts ja weiter! P. S.: Sag, dass ich dich empfohlen hab! Clara Schumann”

Warum sollte man sich überhaupt die Mühe machen, anderen Benutzern bei ihren Problemen zu helfen? Ganz einfach, die Personen, die daran beteiligt waren, dass das Problem gelöst wurden, erhalten die Möglichkeit zu einem eigenen Hilferuf (d. h. wenn sie ihren Hilferuf noch nicht genutzt haben, können sie die Funktion zweimal, anstatt nur einmal verwenden), den sie bei eigenen Projekten einsetzen – oder ggf. in andere Premiumangebote umtauschen – können.

John schaut sich den von Clara empfohlenen Zooladen einmal an. Der Inhaber lässt sich tatsächlich zu einem Sponsoring der Aktion überreden – hat aber nur noch 19 Sack Vogelfutter übrig. John holt bei Mark noch einen Sack ab und ist ebenso überrascht über die glücklichen Zufälle, wie vermutlich auch der Leser dieses Blogeintrags – aber es geht ja nicht so sehr um dieses Beispiel, sondern darum die geplanten Funktionen zu erläutern. ;-) Nun markiert John den Hilferuf als erledigt und gibt an, dass ihm Clara und Mark bei der Lösung geholfen haben. Beide erhalten automatisch die Möglichkeit eines Tages jeweils einen eigenen weiteren Hilferuf abzusenden.

Soviel zu den Möglichkeiten, sich über kunstretter.org zu organisieren. Weitere Ideen sind willkommen. Im nächsten Eintrag dieser Reihe wird es um das geplante kunstretter.org-Magazin gehen.

Dieser Eintrag wurde am Montag, Juni 29th, 2009 um 12:55 in Konzepte geschrieben. Du kannst alle Kommentare zu diesem Eintrag als RSS 2.0 Feed abonnieren. Du kannst einen Kommentar, oder Trackback von deiner Seite hinzufügen.

Ein Kommentar zu “Funktionen von kunstretter.org – Teil 3: Sich organisieren”

  1. Funktionen von Kunstretter (Teil 4): Ohne Moos nix los - Finanzierungsstrategie » kunstretter.org sagt:
    13. Juli 2009 um 00:08

    [...] Kauf von “Hilferufen” [...]

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