Funktionen von Kunstretter.org – Teil 4: Community
Kunstretter ≠ “KünstlerVZ”
“Community”, also Gemeinschaft ist ja im Web 2.0 quasi schon zum Unwort geworden. Alles und jeder will plötzlich “Community” sein, und jeden Tag schießen neue Portale aus dem virtuellen Boden, auf denen man sich natürlich sofort, unbedingt, und ganz dringend auch noch anmelden muss.
Da mag sich nun der ein oder andere die Frage stellen: Wer braucht bitteschön noch eine Social Community? Die Antwort: Keiner — und alle (Kunstinteressierten)!
Im Kunstretter-Netzwerk sollen weder Schafe geworfen, noch Quizze erstellt, oder blinkende Banner ausgetauscht werden. Dafür wird jeder Künstler eine intuitiv nutzbare, breit gefächterte Palette an Möglichkeiten haben, sich und seine Projekte vorzustellen.
Künstler-Profile
Ziel des Kunstretter-Projekts ist es, Künstlern ein virtuelles zu Hause zu bieten, — eine Seite, die sie einerseits als Visitenkarte, andererseits zur direkten Kommunikation mit Interessierten nutzen können.
Jedes Profil wird natürlich gewisse Standardinformationen enthalten, wobei der Künstler hier völlig frei entscheiden kann, ob er sich ganz transparent zeigen, oder z.B. nur Künstlernamen und Arbeitsbereich angeben will. Es wird auch die Möglichkeit geben, Texte, Links, Foto Streams, Videos, Podcasts, und andere Materialien, die das eigene Schaffen betreffen, mit wenigen Klicks komfortabel ins Profil einzubetten. So kann der geneigte Künstler sich z.B. direkt an seine Fans wenden, frühere Werke vorstellen, den Entstehungsprozess aktueller Projekte dokumentieren, und es Besuchern ermöglichen, selbiges zu tun. Im Idealfall entsteht so aus vielen virtuellen Einzelteilen ein sich ständig wandelndes Gesamtbild des Künstlers und seines Tuns.
Projektprofile
Profile aktuell geplanter Projekte kann (und sollte) der Künstler vorübergehend aus seinem Profil lösen, um so über die Projektsuche ein breiteres Publikum erreichen zu können. Projektprofile werden sich ähnlich verhalten wie Künstlerprofile; — auch hier wird die multimediale Vorstellung und Dokumentation des Projekts ganz einfach möglich gemacht. Allerdings können Projektprofile (wie bereits erläutert) unkompliziert mit Spendenaufrufen, Hilfsgesuchen, etc. versehen werden.
Besucherprofile
Auch Kunstinteressierte werden auf Kunstretter.org ein Profil mit allen technischen Möglichkeiten erhalten. Sie können hierüber nicht nur Kontakt zu Künstlern aufnehmen und Gleichgesinnte treffen, sondern z.B. auch Empfehlungen bekommen und geben, besuchte Veranstaltungen dokumentieren, oder Kritiken verfassen. Projektrelevante Inhalte können — die Zustimmung des Künstlers vorausgesetzt — zusätzlich auch im entsprechenden Projekt- oder Künstlerprofil veröffentlicht werden.
Wichtig ist uns, das Künstler und Besucher (d.h. Kunstinteressierte) prinzipiell die gleichen Möglichkeiten haben; — jeder Besucher ist nur einen Klick (nämlich den auf die Schaltfläche “Projekt anlegen”) davon entfernt, ebenfalls Künstler zu werden!
Kunst ist für ALLE da!
Im Gegensatz zu vielen anderen sozialen Netzwerken versteht Kunstretter.org sich nicht als geschlossenen Club, in den es möglichst viele Nutzer zu ziehen gilt. Die Plattform wird zwar hauptsächlich vom Input registrierter Nutzer leben, soll aber auch jedem Neugierigen zugänglich sein. Vor allem das Durchsuchen der Projekt-Datenbank und das Unterstützen von Projekten soll jedem uneingeschränkt möglich sein.
Natürlich wird jeder registrierte Nutzer die Möglichkeit haben, sein Profil (oder einzelne Elemente hieraus) vor neugierigen Augen zu verbergen. Sinnvoll oder nötig dürfte das aber in den wenigstens Fällen sein, da es hier nicht um private Daten, Fotos, oder Gedanken, sondern eben um künstlerisches Schaffen geht. Dies ist im echten Leben in aller Regel öffentlich, und wir glauben, dass es auch von der Öffentlichkeit im Web 2.0 nur profitieren kann.
Indem Künstler ihre Profile öffentlich zugänglich machen, können sie ein wesentlich breiteres Publikum erreichen und so auch Leute außerhalb der jeweiligen “Szene” ansprechen. Zudem können Inhalte aus öffentlichen Profilen von jedermann auf anderen Netzwerken “ge-shared”, getwittert, oder “ge-bookmarked” werden, wodurch eine Verbreitung von Künstlernamen und Projektideen weit über die Grenzen der Kunstretter-Plattform hinaus möglich wird.
Ich hoffe, Euch hiermit erstmal einen kleinen Überblick geben zu können, welche Möglichkeiten Kunstretter.org als Community bieten wird. Vorschläge und zündende Ideen werden natürlich immer gern gehört, also lasst Euch nicht bitten!




Vielen Dank für diese sehr gute Zusammenfassung. Ich habe mir erlaubt sie etwas anders zu formatieren und ein Bild einzufügen.
Die Reihe “Funktionen von Kunstretter.org” ist damit noch nicht beendet – nächste Woche kommt voraussl. noch ein Eintrag unseres Chefredakteurs Daniel über den Aufbau des geplanten angeschlossenen Kunstmagazins. Ich bin gespannt.
Als Unwort würde ich es nicht bezeichnen, nur wird der Begriff mittlerweile inflationär verwendet. Und nicht nur das: es taucht ja wirklich, wie Ihr schreibt, jeden Tag ein neues Portal auf.
Ich bin da ziemlich skeptisch und die Erfahrung zeigt, dass viele Communities recht schnell verkümmern, weil der erste Elan halt bald mal vorbei ist. Ein weiterer Grund liegt darin, dass es enorm schwer ist, mit einer Community bei Null zu beginnen.
Worin seht Ihr den Vorteil einer eigenen Community? Wäre es nicht sinnvoller, z.B. auf Facebook eine eigene Gruppe oder Seite zu starten?
Lieber Christian,
danke für Deinen Input! Die Facebook-Seite gibt es ja (und sie sollte mal wieder besser gepflegt werden durch meine Wenigkeit
), nur könnte sie unseres Erachtens nach niemals die Aufgaben erfüllen, wie ich sie z.B. oben umrissen habe.
Natürlich kann jeder Künstler sich und seine Werke z.B. auch auf Facebook vorstellen. Viele tun das ja auch schon. Das Problem besteht meiner Einschätzung nach darin, dass es sich hierbei großteils um kommunikative Einbahnstraßen handelt; — der Künstler postet ab und zu Neuigkeiten, und die passiven Fans konsumieren.
Sicherlich gibt es auch Ausnahmen von dieser Regel, aber selbst die interaktivste Facebook-Seite könnte niemals eine geordnete Aggregation von Daten, eine aktive Sponsorensuche, oder eine Projektdatenbank in dem Umfang ermöglichen, wie wir sie uns wünschen. Dazu ist die Facebook Infrastruktur ja auch schlichtweg nicht ausgelegt. Um unsere Ideen dort auch nur ansatzweise umsetzen zu können, müssten wir technisch tricksen ohne Ende, und würde dabei doch nur eine sehr eingeschränkte Zielgruppe ansprechen; — was ist mit Künstlern und Kunstinteressierten auf StudiVz, wer-kennt-wen, etc.?