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17 Nov 2009

Neues aus dem Maschinenraum: Teil 1 – Das Fundament

ZahnräderSeit einem halben Jahr dümpelt der Kunstretter-Dampfer so vor sich hin, der Kartograph fertigt Pläne an, im Funkraum wird mehr oder weniger enthusiastisch (oder gar nicht) über die Lage berichtet, der Kapitän sucht verzweifelt nach jemandem, der bereit ist den Rumpf neu zu streichen und monatlich trifft man sich zur Lagebesprechung.

Während in den ersten fünf Monaten sehr genau festgelegt wurde, was wir erreichen wollen, welcher Mittel wir uns dazu bedienen wollen und wer wir überhaupt sind, wurde erst in diesem Monat mit der eigentlichen Entwicklung angefangen. Einer unserer Programmierer, Ju (^jf, der einzige der noch keinen Steckbrief hier hat ;-) ) wurde zum Leiter des Entwicklungsteams ernannt und nach ausführlichen Diskussionen darüber, welche Technologien wir einsetzen werden, wie genau die bereits erwähnte Featureliste zu verstehen ist usw. wurden die ersten Zeilen Code geschrieben.

In der Kategorie “Neues aus dem Maschinenraum” möchte ich in Zukunft regelmäßig alle 14 Tage monatlich darüber berichten, wie sich der Kunstretter-Programmcode entwickelt. Solange noch nichts sichtbares da ist, kann dieser Einblick sicherlich interessant für Außenstehende sein. Ich werde versuchen so wenige technische Begriffe zu verwenden wie möglich, keine Sorge. ;-)

Zementsäcke zählen – Ein bisschen Statistik

Diesen Abschnitt kann man überspringen, wenn man sich nicht für Zahlenspielereien interessiert. In den vergangenen 14 Tagen haben zwei Personen – hauptsächlich Ju und gelegentlich (um z. B. einen Schreibfehler zu korrigieren)  auch ich – am Programmcode gearbeitet. Steven hat dafür die Werkzeuge, die fürs Entwickeln gebraucht werden, zur Verfügung gestellt. Er wird sich später auch um das Frontend kümmern, d. h. um die Teile der Software, die man auch wirklich sehen kann (vgl. das Armaturenbrett und den Motorraum, der dann das “Backend” wäre).

In diesen 14 Tagen wurde an immerhin 7 Tagen auch Programmcode auf unseren Entwicklungsserver hochgeladen, was ziemlich genau meiner Erwartung entspricht. Es gibt bereits 405 Dateien, verteilt auf 143 Ordner, mit einer Gesamtgröße von 2,7 Megabyte. Das ist allerdings nicht besonders aussagekräftig, da dazu auch eine ganze Menge an Dokumentation, internen Daten (svn), Wartungskrempel usw. usf. gehört. Wenn ich versuche wirklich nur die relevanten Daten zu zählen komme ich immerhin noch auf 40 Dateien mit einer Gesamtgröße von 312 Kilobyte. Diese Daten wurden in 35 Schritten (Commits) zusammengefügt, von denen 19 durch Ju und der Rest durch mich durchgeführt wurden (Allerdings wie gesagt: Ich nur Tippfehler, Ju das große Ganze).

Fundamente gießen – Worauf basiert das Kunstretter-System?

Von der bisherigen Arbeit sieht man als Laie noch nichts. Sehr häufig läuft Softwareentwicklung so ab, dass man erst wochen- oder monatelang “nichts” präsentieren kann und dann auf einen Schlag, als ob man einen Schalter umlegt, plötzlich “ganz viel” da ist. Das “ganz viel” kann dann natürlich noch voller kleiner Fehlerchen stecken, aber das ist eine andere Sache.

Die bisherige Arbeit konzentriert sich auf ein Fundament, eine Basis, auf die man später gut aufbauen kann. Ziel ist, dass nachdem dieses Fundament einmal gegossen ist, es möglichst selten nochmal angefasst werden muss. An folgenden Bestandteilen wurde bisher gearbeitet:

  1. Zugriff auf die Datenbank. Da Kunstretter eine große Datenmenge verarbeiten muss, ist es natürlich wichtig, auf diese zugreifen zu können, d. h. Daten zu lesen, zu verändern, zu löschen. Hier ist Sicherheit ein wichtiger Aspekt: Unser System soll die Daten ändern dürfen, aber natürlich niemand Unbefugtes.
  2. Übersetzung. Wenn es irgendwann mal möglich sein soll, Kunstretter auch in anderen Sprachen anzubieten, muss schon jetzt der Grundstein dafür gelegt werden. Ein Fehler, den viele Softwareprojekte machen ist, zunächst keine Übersetzung einzuplanen und wenn später eine erwünscht ist, muss monatelang Programmcode korrigiert werden, um dies zu ermöglichen.
  3. Anzeige von Seiten. Klingt trivial, ist es aber nicht. Wie genau sollen die Internetseiten von unserem Maschinenraum zum Rechner des Betrachters? (Wir verwenden übrigens XSL-Transformationen)
  4. Benutzer- und Sitzungsverwaltung. Wenn sich jemand einloggt/anmeldet, dann muss das System das auch erkennen – und diesen Status (“eingeloggt”) nicht plötzlich wieder vergessen. Es muss natürlich auch möglich sein, sich wieder abzumelden. Und unsere Benutzer werden eine ganze Reihe von Einstellungen und Eigenschaften haben – von der E-Mail Adresse über das Anmeldedatum über die Frage, ob sie Nachrichten von uns erhalten wollen, oder nicht,… Diese Einstellungen und Eigenschaften müssen auch irgendwo gespeichert werden (nämlich in oben erwähnter Datenbank) – Im Falle des Passworts so gut wie möglich verschlüsselt, bei den anderen Daten muss auch darauf geachtet werden, dass kein Unbefugter sie sich ansehen kann.

An diesen vier Fundamentbestandteilen wurde in den letzten Tagen hauptsächlich gearbeitet. Sie sind noch nicht fertiggestellt, aber wir liegen gut im Zeitplan.

Dieser Eintrag wurde am Dienstag, November 17th, 2009 um 13:34 in Maschinenraum geschrieben. Du kannst alle Kommentare zu diesem Eintrag als RSS 2.0 Feed abonnieren. Du kannst einen Kommentar, oder Trackback von deiner Seite hinzufügen.

3 Kommentare zu “Neues aus dem Maschinenraum: Teil 1 – Das Fundament”

  1. Benedict sagt:
    17. November 2009 um 13:42

    Übrigens tut es mir Leid, dass ich mitten im Blogeintrag die Metapher vom Ozeandampfer zur Baustelle gewechselt (und dazwischen noch einen Autovergleich untergebracht) habe. Ich hoffe die Leser sind jetzt völlig verwirrt. ;-)

  2. gifty Blog sagt:
    1. Dezember 2009 um 16:47

    Bau eines Gartenhauses…

    Den Bau eines Gartenhauses sollte man sich gut überlegen. Es ist nicht nur die unglaubliche Vielfalt, die es bei den Gartenhäusern gibt, die die Entscheidung so schwer machen, es gibt noch einiges anderes zu bedenken. Will man auf seiner Kleingartenanl…

  3. Benedict sagt:
    9. Dezember 2009 um 17:06

    Wollte nur darauf hinweisen: Wird nun doch eine monatliche Sache, anstatt alle 14 Tage – bringt einfach mehr, weil wir doch nicht sooo schnell entwickeln, wie gedacht.

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